Geschichte von Wiesmaden

Wiesmaden ist die jüngste Ortschaft der Marktgemeinde Gastern. Um 1220 war der Besiedlungsgang im Waldviertel zum größten Teil beendet. Es blieben lediglich fünf größere Waldgebiete ungerodet: der Horner Wald; westlich von Zwettl um Rosenau; der Brudendorfer Wald bei Langschlag;  der Weinsberger Wald und dann der Wald bei Reinberg-Litschau. Die Gemarkungen im Raume Litschau tragen die Namen "Litschauer Reinberg" oder "Heidenreichsteiner Reinberg".

Die aufkommende Industrialisierung brauchte dann im zunehmenden Maße einen Energieträger. Bei uns war es die Glaserzeug im Raume der Herrschaft Heidenreichstein. Daher wurde im 17. Jahrhundert der Wald in der Form einer kleinfeldrigen Einödblockflur gerodet. Es entstanden im Gegensatz zu den anderen Dörfern unserer Gemeinde keine Angerdörfer, sondern Streusiedlungen. Die Flächen wurden dann in Ämter eingeteilt (Amt Wiesmaden, Amt Reinberg, ...). Ämter sind Verwaltungseinheiten von Herrschaften, im Falle von Wiesmaden der Herrschaft Heidenreichstein.

Die Bauernhöfe wurden als "Waldhäuser" oder "Waldhütten" bezeichnet. Diese kleinbäuerlichen Landwirtschaften wurden durchwegs als Nebenerwerbsbetriebe gestiftet. Im Haupterwerb dienten deren Bewohner den Herrschaften als Holzarbeiter, als Arbeiter in der Glaserzeugung, oder sie erzeugten landwirtschaftliche Holzgeräte, etc.. Stiftungsbriefe von Häusern in Wiesmaden liegen noch im Archiv der Burg Heidenreichstein auf.

Im Jahre 1652 hatte Klein Zwettl große Wiesenflächen am Reinberg von der Herrschaft Heidenreichstein. 1738 wird dort als erster Siedler Jakob Fitzthum genannt. Im Jahre 1755 erscheint Wiesmaden erstmals als Ort auf. 1759 beantragt der damalige Dechant: wenn Eggern und die Kuefsteiner Waldhütten (Reinberg Litschau) nach Litschau umgepfarrt werden, sollen dafür Wiesmaden und die Reinberger Waldhütten (Reinberg Heidenreichstein) von Heidenreichstein nach Gastern kommen.

Aus der Beschreibung der Josephinischen Landesaufnahme (um 1775):  "Eine starke halbe Stunden davon (Anmerkung: von Rohrbach entfernt) liegt das zerstreute, theils von Holz erbauten Häußern, Wismathen".

Um 1778 gibt es bereits in Wiesmaden 6 Häuser: Müllner Thomas, Prager Thomas, Schandl Adam, Schrenk Philipp, Hieß Philipp und Stocker Hans Georg.

Waldhütten Wiesmaden
Aus einem Grundbuch um 1799 - Landesarchiv

Beginnend um ca. 1800 bis ca. 1830 wuchs die Anzahl der Häuser in Wiesmaden beträchtlich. Waren es vorher nur 6 Häuser so gibt es nach den Matriken um 1832 in Wiesmaden bereits 24 Häuser. Die Bewohner sind Weber und Handwerker.

Im Jahre 1893 wird eine hölzerne Kapelle mit einer Glocke erwähnt. Diese Glocke stammte von der Firma Hilzer aus Wr. Neustadt, hatte einen Durchmesser von 71 cm und ein Gewicht von 192 kg. 1917 kam es zur Ablieferung dieser Glocke. Im Jahre 1920 kaufte man eine Stahlglocke im Gewicht von 100 kg. Sie befindet sich jetzt auf dem 1977 erneuerten hölzernen Glockenstuhl. Zum 100-jährigen Jubiläums des Glockenturmes wurde die Inneneinrichtung 1993 und 1994 komplett erneuert. 1999 wurde abermals der Glockenturm außen komplett erneuert.

Im Jahre: 1934 gab es in Wiesmaden 28 bewohnte Häuser mit 151 Einwohnern, 1976 waren es nur mehr 22 Häuser und 109 Bewohner.

Seitenbeginn